Papyrus - das Gold der Ägypter
Papyrusstaude

Die „Naturgeschichte“ Plinius des Älteren gibt Auskunft über die Grundzüge der Herstellung von Papyrus. Zunächst wird von den Papyrusstengeln (ca. 50-60 cm lang) der Bast abgenommen (den man wiederum zu anderen Zwecken verwenden konnte). Dann werden die Stengel der Länge nach in 40 cm lange Streifen geschnitten und nebeneinander gelegt. Die Streifen müssen sich leicht überlappen und werden anschließend mit einer zweiten Schicht überdeckt. Diese zweite Schicht wird quer angeordnet und anschließend auf einer festen Unterlage so lange geklopft, bis sich die Fasern mit dem Pflanzensaft (Stärke und Zucker) verbunden haben. Nach der Trocknung werden die Blätter mit Hilfe von Elfenbein- oder Ebenholzwerkzeugen geglättet. Papyrus wurde in Rollenform angeboten, die einzelnen Blätter zu einem langen Band verklebt. Die älteste unbeschriebene Papyrsurolle wurde in Sakkara, im Grab des Memaka, gefunden und wird auf etwa 3.100 v. Chr. zurückdatiert.

Herstellung von Papyrus im Bild

Eine der berühmtesten Papyrusbibliotheken, von der wahrscheinlich nur eine einzige Rolle übrigblieb, ist die Bibliothek von Alexandria, als deren Gründer Ptolemaios II. (283-246 v. Chr.) gilt. Auf dem Höhepunkt dieser Bibliothek, die den Schulen und Hochschulen der Stadt diente, sollen in den Bücherhallen bis zu 700.000 Rollen eingelagert gewesen sein Berühmte Persönlichkeiten wie der Herausgeber von Homers Gedichten, Zenodot oder Kallimachos, der den ersten Bestandskatalog erfaßte, waren Hüter dieser Bücher.
642 n. Chr., als Alexandria von den Arabern erobert wurde, liess man die Bibliothek vernichten. Die Bücher sollen, laut Überlieferung, in den Bädern der Stadt verbrannt worden sein.

 


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