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Noch im zweiten Jahrtausend vor Christi schufen
die Phönizier ein Schriftsystem, das ausschließlich Lautzeichen
und keine bildhaften Symbole mehr enthielt: die erste Buchstabenschrift
der Geschichte.Sie benutzten das ursprünglich ideographische
Zeichen, um den ersten Konsonanten des zugeordneten Wortes zu
fixieren (etwa H durch das Zeichen für Haus etc.).So konnten
sie die Zeichen auf 22 Stück begrenzen. Die phönizischen Händler
verbreiteten diese Buchstabenschrift im gesamten Mittelmeerraum.
Das sich aus dem phönizischen ableitende aramäische Alphabet
ersetzte die Keilschrift im ersten Jahrtausend v. Chr. und verzweigte
sich in weitere Schriftformen: konsonantische (hebräisch, arabisch,
syrakisch etc.), syllabische (in Zentralasien, Inden, Süd-Ost-Asien)
und vokalische (griechische, lateinische). Die griechische Schrift
kann durch die Einführung von Vokalindikationen als erste reine
Lautschriften gelten, da nun sämtliche Einzellaute und Einzelphoneme
der Sprache (abgesehen von der immer notwendigen Vereinfachung)
in einzelnen Schriftzeichen ausgedrückt wurden.

Die Vokalnotierung war durch eine revolutionäre
Erfindung möglich geworden. Die Griechen nutzten den Teil der
phönizischen Konsonatenzeichen, der in ihrer Sprache nicht benutzt
wurde, zur Darstellung von Vokalzeichen. So entstand ein Alphabet
von 24 Zeichen, das in Athen im 6 Jahrh. v. Chr. zur Norm erhoben
und durch die Eroberungszüge Alexanders im gesammten Kulturraum
ausgebreitet wurde.

Weitere Entwicklungsformen dieses Einschnitts sind
das kyrillische, koptische und glagolitische, wie auch das lateinische
Alphabet. Letzteres wurde entscheidend geprägt durch die Adaption
durch die Etrusker, die in ihrer Kultur direkte Vorläufer der
Römer waren.
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