|
|
|
Die Griechen schrieben ebenfalls auf
dem göttlichen Schilf, den sie aus Ägypten importierten, außerdem
auf Wachs- und Tontafeln. Das Wort wird bei www.selket.de so erklärt:
Papyrus hieß im
alten Ägypten
eigentlich pa-per-aa. Der König besaß das Monopol für
die Herstellung von
Papyrus, daher setzt sich das Wort aus pa (Besitz, zugehörig)
und per-aa
(Pharao) zusammen - Besitz des Pharao. Die Griechen machten daraus papure, aus
dem
Papyrus (und später auch "Papier") wurde.
Tontafeln waren billiger und einfacher herzustellen als das Papyrus. Außerdem hatten sie den Vorteil, in gebranntem Zustand sehr widerstandsfähig gegen Verfall zu sein. Diesem Umstand verdankt die Wissenschaft eine Menge historisches Wissen. |
 |
| Es war durchaus üblich, mehrere Tontafeln
zusammenzubinden: das umfangreichste erhaltene Exemplar zählt 10 "Seiten".
Während die Papyrusrolle für eigentliche Bücher verwendet
wurde, dienten Schreibtafeln im späteren Griechenland dazu, vergängliche
Texte wie Entwürfe, Übungen, Berechnungen, Notizen etc. festzuhalten. |
| Beschriftete Tonscherben wurden Ostrakon
genannt, und es gab einen interessanten Brauch im Senat, von Zeit
zu Zeit jemanden rauszuwerfen, der zu mächtig oder unbeliebt wurde
(Ostrakismus).
Man schrieb den Namen auf eine Tonscherbe, wer zuviel Stimmen erhielt,
wurde für 10 Jahre aus Athen verbannt. Heiligen Texten dagegen
war immer Leder oder Stein vorbehalten. |
 |
Das griechische
Alphabet war schon ein echtes ABC und mit unserem beinahe
identisch; wahrscheinlich hatten die Griechen von phönizischen
Händlern die Grundlagen zu seiner Entwicklung.
Diese Phönizier waren
ein reges Völkchen, immer auf Achse die Mittelmeerküste rauf
und runter, holten Kupfer von Cypern (die Insel hat ihren Namen
von diesem Metall) und Papyrus von Ägypten, und man sagt ihnen
nach, bis zu den britischen Inseln gesegelt zu sein. Durch diese
Reiselust verbreiteten sie Wissen und Traditionen anderer Völker
und trugen viel zur Entwicklung einheitlicher Schriftsysteme
bei.
|
|
|
| In Ugarit,
einer Hafenstadt 100 Meilen nördlich von Byblos, wo die Phönizier
eine ihrer Hauptstädte hatten, war schon im 10. Jhd. v. Chr. eine
Lautschrift in Gebrauch, die mit nur 30 Konsonantenzeichen auskam.
Durchaus möglich, dass die Phönizier sie übernahmen und vereinfacht
(mit nur 22 Buchstaben) weitergaben. Diese wichtige Errungenschaft überlebte
auch den Untergang der phönizischen Kultur und wurde von anderen
aramäischen Völkern übernommen und weiterverbreitet im gesamten östlichen
und nordafrikanischen Raum. |
| Aus ihr entwickelten sich
auch arabische und hebräische Schrift, die aus Konsonanten mit
darüber und darunter gesetzten Lautzeichen zur Vokalisierung bestehen. |

Hebräisch und arabisch |
| Auch die griechische Schrift, aus der
das uns heute noch dienende römische Alphabet entstand, hat bei
den Phöniziern ihren Ursprung. |
|
|
| Die Erfindung des Alphabetes mit Vokalen
und Konsonanten war eine solch praktische Sache, dass sie die Schriftentwicklung
gehörig auf Trab brachte. War die Beherrschung von Schriftzeichen
um 1600 v. Chr. noch auf kleine Gebiete um die Mündungen der großen
Flüsse (Nil, Euphrat/Tigris und Hindus) beschränkt, hatte sich
um 400 v. Chr. der gesamte Raum rund um Mittelmeer, Rotem Meer
und persischen Golf bis hin zu schwarzem und kaspischen Meer "infiziert".
Die chinesische Schrift und die später aus ihr hervorgegangene
japanische Schrift ist als gänzlich eigene Zeichenfamilie für sich
geblieben, ebenso wie die Schriften des indischen Sprachraumes
, wo es heute noch mehr als ein Dutzend Alphabete gibt. |
Capitalis in Stein gemeisselt-
auch nach 2000 Jahren noch ein Wunder an Gleichmass
|
Die Etrusker in Italien und danach
die Römer übernahmen das griechische Alphabet nach der Eroberung
Griechenlands ab 146 v. Chr.
Die lateinische Schrift ist noch unsere heutige, wiewohl die
Umlaute hinzukamen. Die Römer entwickelten eine ganze Schriftfamilie,
die den unterschiedlichen Aufgabenbereichen gemäss eingesetzt
wurde. Capitalis monumentalis (200-400 n. Chr.) und später Capitalis
quadrata (400 - 600 n. Chr.) für steinerne Monumente ihrer Großmacht
(entsprechend eine reine Großbuchstabenschrift), Capitalis rustica
dagegen für schnell geschriebene "Alltagstexte", die auf Wachs-
oder Tontafeln aufgetragen wurden. |
| Mit der zunehmenden
Größe und Ausbreitung des Imperiums kam Ägypten nicht mehr mit
der Papyrusherstellung hinterher, er wurde als Schreibmaterial
immer teurer und mit der Entwicklung der Kodexform (Pergament wurde
in
der Mitte
geknickt und die Bögen aneinander genäht), die stabiler und praktischer
als die Papyrusrolle war, nach und nach vom Platz des wichtigsten
Beschreibmaterials verdrängt. |
|
|
|
|
|