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Die Geschichte der Schrift
Teil 1
Anfänge des Alphabetes
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Im Laufe der Jahrtausende und
mit wachsenden Siedlungsstrukturen entwickelte der Mensch an
vielen Orten der Erde Möglichkeiten der schriftlichen Verständigung. Nicht ohne Grund wird die Entwicklung der Schrift als größte Erfindung nach dem Rad gesehen. Erst mit der Schrift kam richtig Schwung in die Wirtschaft.
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Die
Inkas z.B. hatten in ihrer hochentwickelten Kultur eine Knotenschrift entwickelt, das sogenannte "Quipu", dort wurde also
per Schnur geschrieben bzw. gerechnet, eine etwas kuriose,
aber dennoch effektive Art der Wirtschaftsführung, wie
sie es mit ihrer blühenden Zivislisation (bis die Spanier kamen) bewiesen haben (hier
ein Link zu ihrem Zahlensystem).
Geschichte
der Indianer Süd- und Mittelamerikas
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Ein Quipu
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| Bei den
Mayas und den Azteken
gab es Hieroglypheninschriften, die aber aufgrund der
spärlichen Überreste, die die Eroberer
unversehrt ließen, bisher nicht entziffert werden konnten. Ähnlich
ging es so manchem Volk und seinem Schriftsystem,
das von Krieg und Verwüstung heimgesucht wurde. Fragmente von Schrift wurden
auf Kreta gefunden
(u.a.Diskus von Phaestos), im Hindustal
Pakistans und etruskischen Ruinen. |

Briefmarke aus Syrien, die
auf die Sumerer
als Erfinder der Schrift hinweist |
Die alten Sumerer
, die an der Mündung von Euphrat und Tigris siedelten, hatten
um 3500 v. Chr. die Keilschrift entwickelt, die mittels keilförmigem Griffel in
Tontafeln gestanzt wurde. Wurden die Tafeln gebrannt, hatte man einen voluminösen, aber quasi unzerstörbaren Schriftträger. Dadurch blieben viele Zeugnisse dieser Zeit erhalten. |
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Ton war zudem praktisch, weil Fehler
auf ihm leicht zu korrigieren waren. Das Schreiben auf solchen
Tafeln wurde von anderen Völkern übernommen und sehr
lange beibehalten. Auch die ersten Schulen wurden von den Sumerern
gegründet, und noch lange nach dem Untergang ihrer Kultur
wurden heilige oder andere offizielle Texte anderer Völker
zusätzlich in sumerischer Keilschrift verfasst, ähnlich
unserem Brauch, auch heute noch auf Grabsteinen lateinische
Inschriften (z.B. Resquiesquat in pace = Ruhe in Frieden) einzugravieren.
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Die Ägypter entwickelten beinahe parallel am Nildelta eine
ganz eigene Schrift in verschiedenen Formen; als Steininschrift
in hochkomplexen Bildern, und als hieratische Schrift, die mit der Rohrfeder auf Papyrus auftgetragen wurde (hieratisch
= griech.: heilig bzw. Priester, weil für religiöse
Texte benutzt). Die hieratische Schrift entfernte sich als "Alltagsschrift" immer mehr von den Hieroglyphen (denen sie anfangs noch sehr ähnelte). Sie wurde mit der Rohrfeder geschrieben, die ein schnelleres Schreiben
erlaubte.
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Tutenchamun
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| Geschrieben wurde in verschiedenste
Richtungen. Zu erkennen ist die Schreibrichtung am einfachsten
an den Tier- und Menschengestalten, die immer in Schriftrichtung
blicken. Für die Farben wurden Mineralfarben verwendet:
Ocker für Rot,
Gelb und Braun, Malachit für Grün, Azurit für Blau, Gips oder
Kalk für Weiß, Holzkohle oder
Ruß für Schwarz. Als Bindemittel wurden Leim,
Eiweiß und Gummi arabicum verarbeitet. Die ägyptische
Kunst beschränkte sich auf wenige Grundfarben, die auch Richtlinien folgten.
Gold war das Symbol der Sonne, Schwarz wurde
für Tod und Auferstehung verwendet. Die Hautfarbe der
Männer war braun, während die der Frauen gelblich dargestellt wurde.
Auf Schattierungen wurde gänzlich
verzichtet. |
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J. F. Champollion
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Entschlüsselt wurden die Hieroglyphen erst mit Hilfe des "Steines von Rosette"und anderer mehrsprachiger Texte. Als Hauptakteur
dürfte in diesem Zusammenhang Jean Francois Champollion gelten, ein französischer Sprachenforscher
mit der Aura des Wunderkindes.
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| Das bevorzugte Schreibmaterial
der Ägypter war der Papyrus, von dessen Namen sich unser Wort "Papier" ableitet. Durch
seine aufwendige Herstellung war er teuer und
wurde sehr sorgfältig behandelt, teilweise sogar recycled. Diese Palimpseste
(gereinigtes, wiederbeschriebenes
Schreibmaterial) fand man relativ häufig. Es wurden auch Holztafeln mit
einer dünnen Gipsschicht überzogen und
beschrieben, der Überzug konnte mehrfach erneuert werden. Auch Leder war
schon bekannt, war aber noch teurer und nur
für königliche Texte und Tempelrituale verwendet, wie auch der Papyrushandel
königliches Monopol war. |
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Die komplizierte Bilderschrift, oft in Stein gemeisselt, für rituelle
Zwecke galt als heilig und vom Gott Thot gesandt, der Name
eines Menschen verkörperte sein Wesen, der eines Gottes
seine Gegenwart. Da nimmt es nicht Wunder, dass es so etwas wie Radieren und Korrigieren einfach nicht gab. Man hätte Gott wegradiert!
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Thot
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| Beschriftete Figuren als Grabbeigaben sollten dem Toten die im Jenseits
abverlangten Arbeiten übernehmen. Über die Jahrhunderte
(die Schrift war von etwa 3500 v.Chr. bis 400 n. Chr. in Gebrauch)
blieben die Ägypter aufgrund dieser mystischen Einstellung
zur Schrift in deren Entwicklung quasi stecken, weil sie keine
Vereinfachungen wagten, um ältere Texte nicht zu entweihen.
Mit der Eroberung durch Alexander den
Großen ging ihre geschichtliche Vormachtstellung
endgültig zu Ende, nachdem schon vorher der Ruf der Pharaonen als Götter sehr gesunken war, die sich in Kriegen
verausgabten oder in Prunksucht. |
Viele Seiten zu Ägypten!
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